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Thomas Engelhardt

Kriegsende 1945: Kriegsgefangene und „Entwaffnete Feindkräfte“[1]

Vorbemerkung.

Der Großvater väterlicherseits des Bearbeiters war Insasse eines der Rheinwiesenlager (Bad Kreuznach)[2] und gelangte nach der Über-gabe dieses Lagers im Juli 1945 in französi-sche Kriegsgefangenschaft, um danach mo-natelang als Zwangsarbeiter in den Kohlen-gruben Lothringens zu schuften.

Die Lebensbedingungen in den französischen Lagern waren mindestens ebenso desolat bis unmenschlich wie vordem in den unter US-Militärverwaltung stehenden Rheinwiesenla-gern, die Opferquote vergleichbar.

Geschuldet war dies den herrschenden Verhältnissen im Nachkriegsfrankreich, den unzurei-chenden an die Kriegsgefangenen ausgegebenen Essensrationen, dem über-wiegend schlechten Allgemeinzustand der Kriegsgefangenen, die bereits mehrmonatige Lagerhaft hinter sich hatten, sowie den ins-gesamt harten Arbeitsbedingungen unter Tage und den allgemeinen völlig unzurei-chenden Lebens- und Existenzbedingungen als Gefangene.

Ungeachtet dessen stehen seit Jahrzehnten insbesondere die Rheinwiesenlager im Focus eines speziellen Interesses. Erstaunlich ist das deshalb, weil diese Rheinwiesenlager unter US-Verwaltung lediglich drei bzw. vier Monate existierten und dann an die Briten bzw. Franzosen übergeben wurden.

Und noch 1948 befanden sich europaweit etwa 3,7 Millionen Deutsche (Kriegsgefan-gene und Zivilisten) in Zwangsarbeitslagern der Hauptsiegermächte und anderer Staaten, darunter in Polen, der Tschechoslowakei und in Jugoslawien.

Allein in der Sowjetunion befanden sich nach Hochrechnungen im Jahr 1948 noch etwa eine Million deutsche Kriegsgefangene in Ar-beitslagern (die Gesamtzahl der Rückkehrer zwischen 1945 und 1950 betrug 1,94 Millionen Soldaten).

Zu den Verlusten: In sowjetischer Kriegsge-fangenschaft kamen von geschätzten 3,2 bis 3,6 Millionen Soldaten der Deutschen Wehr-macht gesichert über 1,2 Million ums Leben oder kehrten nie zurück.

Darüber hinaus gelten die Schicksale von 1,1 Millionen an der Ostfront eingesetzten deut-schen Soldaten bis heute als ungeklärt (vermißt oder gefallen und nicht geborgen oder mit ungewissem Schicksal gefangen genommen).

Die Bedeutung der Rheinwiesenlager als Beispiel rücksichtsloser Gewaltpolitik einer der Kriegssiegermächte soll also keineswegs marginalisiert oder gar relativiert werden.

Andererseits rücken Franzosen und insbe-sondere auch die Briten seltener in den Focus einer kritischen Betrachtung der Besatzungs-mächte im besetzten Deutschland, obwohl sich auch diese durch die Mißachtung der Grundsätze der Genfer Konvention und der Haager Landkriegsordnung auszeichneten.

Fast völlig aus dem öffentlichen Bewußtsein und dem kollektiven Gedächtnis der Bundes-deutschen verschwunden ist das bittere Schicksal der in der Sowjetunion zu Hundert-tausenden zugrunde gegangenen deutschen Kriegsgefangenen.

Die Vorgeschichte

Die Feindmächte begannen bereits weit vor Kriegsende mit Überlegungen, wie in den Folgemonaten mit den deutschen Kriegsge-fangenen verfahren werden soll.[3]

Die im Januar 1943 in Casablanca von Roosevelt und Churchill verkündete Formel der bedingungslosen Kapitulation war bereits ein Hinweis, daß die Deutschen nach dem Sieg der Alliierten jeglicher Verhandlungs-fähigkeit beraubt sein sollen.[4]

Die US-Amerikaner formulierten dabei das primäre Ziel, Deutschland nicht nur vollkom-men zu zerschmettern, sondern insbesondere auch militärisch zu guillotinieren.

Zur Schaffung eines dauerhaften Friedenssy-stems in der Welt gemäß westlich-atlanti-scher Auffassung wurde die „endgültige Zerstörung der Nazityrannei“ zur unabding-baren Grundvoraussetzung erhoben und damit einhergehend die vollständige Ent-waffnung sowie  Auflösung der Deutschen Wehrmacht.[5]

Auf der Moskauer Außenministerkonferenz im Oktober 1943 einigten sich die Vereinig-ten Staaten, Großbritannien und die Sowjet-union darauf, eine Einrichtung zu schaffen, die detaillierte Pläne für die Kapitulation der Deutschen Wehrmacht und die Besetzung des Deutschen Reiches ausarbeiten sollte.[6]

Diese Urkunde sollte deutschen Vertretern bei der Kapitulation zur Unterschrift vor-gelegt werden.

Die Alliierten verbanden mit diesen Planun-gen das Ziel, weitergehende Rechte auf dem Territorium des besetzten Deutschland wahrnehmen zu können, als einer Besat-zungsmacht gemeinhin im Rahmen einer „occupatio bellica“ zustehen.[7]

In den Planungsentwürfen der alliierten Feindmächte wurde nun erstmalig auch die Kriegsgefangenenproblematik im Zusam-menhang mit der Kapitulationserklärung genannt.

Strittig war jedoch die Frage, auf welche Art und Weise die  künftig gefangengenommenen deutschen Soldaten behandelt werden sollen.

Die Sowjetunion, die im Gegensatz zu den US-Amerikanern, Briten und Franzosen die Genfer Konvention nicht unterzeichnet hatte, hatte vorgeschlagen, den Status und Begriff des Kriegsgefangenen in die Urkunde auf-zunehmen, um den deutschen Soldaten die Entscheidung zu erleichtern, sich zu ergeben.

Die deutschen Soldaten sollten darüber hinaus auch davon ausgehen können, nach der Genfer Konvention als Kriegsgefangene behandelt zu werden.

Der sowjetische Vorschlag, gefangenge-nommene Angehörige der deutschen Streit-kräfte zu Kriegsgefangenen zu erklären, entsprach jedoch nicht den US-amerikani-schen und britischen Planungen. Denn der Begriff Kriegsgefangener war klar definiert und besaß einen konkreten Inhalt, dem die Unterzeichner der Genfer Konvention hätten nachkommen müssen.

Jedoch wollte man die deutschen Soldaten im Interesse einer abzuleistenden Reparations-leistung zum Wiederaufbau heranziehen, da diese als billige Arbeitskräfte angesehen wurden. Der Widerspruch zwischen den völ-kerrechtlichen Pflichten und den politischen Zielen der Alliierten wurde umgangen, indem die gefangengenommenen deutschen Solda-ten künftig nicht mehr als Kriegsgefangene deklariert werden.[8]

Die völkerrechtlichen Bestimmungen wurden demzufolge mittels juristischer Argumenta-tionen ausgehebelt, um sich auf diese Art und Weise der Verantwortung als Gewahr-samsmacht der deutschen Kriegsgefangenen entziehen zu können.[9]

Jedoch sollte das militärisch besiegte Deut-sche Reich nach Kriegsende für die Unter-bringung, die Bekleidung und Ernährung verantwortlich und zuständig sein.

Das aber war nach Kriegsende nicht möglich, weil deutsche Behörden aufgrund der Kapi-tulationsbedingungen daran gehindert wur-den und das Deutsche Reich am 8. Mai 1945 faktisch (nicht de jure) aufhörte zu existieren.

Bedeutsam ist im gegebenen Zusammenhang auch die Tatsache, daß mit dem Tag der Ka-pitulation auch alle Hilfsorganisationen ihrem ursprünglichen Auftrag nicht nachkommen konnten.[10]

Besonders nachteilig wirkte sich zudem die Tatsache aus, daß die „Entwaffneten Feind-kräfte“  mit dem Entzug des Kriegsgefange-nenstatus nicht mehr unter der Beobachtung des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) standen.

Damit aber war eine mögliche Verbesserung der Lage der gefangenen Soldaten in Form mittels Lebensmittellieferungen und der Organisation medizinischer Versorgung außer Kraft gesetzt und bewußt unmöglich gemacht worden.

Die Kriegssieger hatten sich auf eine ge-meinsame Kriegsgefangenenklausel geeinigt, welche keine Verpflichtung enthielt, die deutschen Soldaten als Kriegsgefangene zu deklarieren und entsprechend zu behandeln.

Dementsprechend lag es in der alleinigen Verantwortung des Oberkommandierenden der alliierten Invasionsstreitkräfte, bis dieser weitergehende Entscheidungen und Verfü-gungen der US-Regierung erhalten würde.[11]

Der Vorgang belegt, daß seitens der Regie-rungen der alliierten Mächte den politischen und wirtschaftlichen Zweckmäßigkeiten Vor-rang vor der völkerrechtlichen Rechtmäßig-keit eingeräumt wurde.

Auf dieser Grundlage nutzte nun der alliierte Oberbefehlshaber in Europa, General Dwight Eisenhower, diese Klausel und stellte eine Anfrage an die Washingtoner Administration, inwieweit man ihm eigenmächtiges Vorgehen einräumen würde.

Eisenhower beabsichtigte nach Beendigung der Feindseligkeiten auch jenen gefangenen deutschen Soldaten den völkerrechtlichen Status eines Kriegsgefangenen zu entziehen, die sich bereits in US-Gewahrsam befanden. Das „Combined Chiefs of Staff“ (CCS)[12] stimmte diesen Vorschlägen und Überle-gungen zu.[13]

Bedeutsam erscheint, daß das „Combined Civil Affairs Commitee“, welches die Ausar-beitung der Antwort an Eisenhower für die CCS bewerkstelligte, keinen Zweifel auf-kommen ließ, daß nicht die Nahrungsmit-telknappheit ausschlaggebend für diese Entscheidung war.

Nach der Auffassung dieses Komitees sollte vielmehr auch dem einfachen deutschen Soldaten die totale Niederlage und die fatale und ausweglose Situation klar vor Augen geführt werden. Mithin sollte jedem einfa-chen Landser das Bewußtsein vermittelt werden, an der aussichtslosen Lage, in der er sich befand, mitverantwortlich zu sein.[14]

Dem deutschen Soldaten mußte aus US-Sicht das Gefühl der totalen Niederlage vermittelt werden.[15]

Bei Kriegsende 1945 befanden sich etwa 11 Millionen deutsche Soldaten in den Händen der Siegermächte[16], davon waren 8 Milli-onen im Gewahrsam der US-Amerikaner[17] und Briten und noch etwa 3 Millionen in sowjetischer Gefangenschaft.[18]

Am 4. Mai 1945 hatte der Oberbefehlshaber der alliierten Invasionsstreitkräfte Dwight D. Eisenhower[19] den Befehl erteilt, daß deut-sche Soldaten, die sich auf dem Gebiet des Deutschen Reiches bereits in alliierter Kriegsgefangenschaft befinden, und die deutschen Soldaten, die sich zu diesem Zeitpunkt zu Hunderttausenden ergaben und die Waffen niederlegten, nicht mehr als Kriegsgefangene (Prisoner of War, POW)[20], sondern als „Disarmed Enemy Forces“[21] zu behandeln seien.

In einem weiteren Befehl vom 5. August 1945 wies Eisenhower die US-amerikanischen mi-litärischen Dienststellen an, mit unmittelba-rer Wirkung alle sich in US-Gewahrsam be-findlichen Angehörigen der deutschen Streitkräfte als „Disarmed Enemy Forces“ einzustufen.[22]

Dieser Befehl wurde am 22. August 1945 auch auf alle Angehörigen der deutschen Streitkräfte, die sich in US-amerikanischen Gewahrsam auf (bis 1938) österreichischem Gebiet befanden, erweitert. Als Kriegsgefan-gene fielen unter die Genfer Konvention nun nur noch deutsche Soldaten, die sich in US – Gewahrsam außerhalb Deutschlands und des früheren Österreich befanden.

Die genaue Anzahl dieser „Entwaffnete Feindkräfte“ genannten Angehörigen der Deutschen Wehrmacht und anderer deutscher militärischer Formationen ist strittig. Aus US-amerikanischen Quellen geht jedoch hervor, daß von den insgesamt 6.155468 US-Gefan-genen insgesamt nur 2.057.138 den Status als Kriegsgefangene besaßen. 4.098.330 deutsche Soldaten wurden dagegen als „Disarmed Enemy Forces“ deklariert.

Diese „Entwaffneten Feindkräfte“ wurden unter unsagbar katastrophalen Bedingungen und entgegen allen Regeln der Haager Land-kriegsordnung zu Hunderttausenden in den  berüchtigten Rheinwiesenlagern gefangengesetzt.[23]

Die Gefangenen in diesen Lagern wurden nicht registriert, nur deren Zu- und Abgänge. Jedoch wird von einer Belegungsstärke von 1,5 bis 2 Millionen im Zeitraum von April bis September 1945 ausgegangen. Angaben über die Zahl der Insassen der einzelnen Lager sind nicht bekannt.

Zu berücksichtigen ist die Tatsache, daß neben den als Rheinwiesenlager bekannten Internierungslagern in den von den US-Streitkräften besetzten deutschen Gebiete eine große Zahl weiterer schnell und provi-sorisch eingerichteter Lager existierten.[24]

In der Regel sind diese heute kaum mehr be-kannt und stehen auch nicht mehr im Mittel-punkt der Betrachtung, obwohl in Bezug auf Unterbringung, Ernährung und Versorgung die Bedingungen auch in diesen Lagern ebenso katastrophal wie in den sog. Rhein-wiesenlagern waren.

Die Belegungsstärken auch dieser US-Lager für die deutschen Kriegsgefangenen bzw. die sog. „Entwaffneten Feindkräfte“ sind nicht bekannt. Legt man die Gesamtzahl der „Ent-waffneten Feindkräfte“ (ca. 4 Millionen) zugrunde, kann von einer Zahl von etwa 2 Millionen Insassen in diesen Lagern ausgegangen werden.

Die Art und Weise der Behandlung der kriegsgefangenen deutschen Soldaten muß als Teil der Kriegsführung der Feindmächte und nach Kriegsende als Teil der Politik der Invasionsmächte gegen Deutschland und die besiegten Deutschen gewertet werden. Diese war von rücksichtsloser und brutaler Besat-zungsherrschaft gekennzeichnet.

Die Rheinwiesenlager und ebenso die schnell eingerichteten großen US-Kriegsgefange-nenlager andernorts waren ihrem Charakter nach  Haft- und Internierungslager, deren Insassen sich nicht ausschließlich aus Sol-daten der Deutschen Wehrmacht zusammensetzten.

Im Zuge des Vordringens der US-Armee im Reichsgebiet wurden zunächst große Sam-mellager[25] geschaffen, in denen die un-terschiedlichsten militärischen Kräfte und ebenso auch Angehörige anderer nichtmili-tärischer Formationen gefangengesetzt wurden.

Das „Supreme Headquarters Allied Expe-ditionary Forces“ (SHEAF) befahl die Er-richtung von provisorischen Durchgangs- und Sammellagern, den „Prisoner of War Transient Enclosures“ (PWTE).[26]

Der größte Teil dieser Lager war für 100.000 Gefangene geplant. Errichtet wurden ins-gesamt siebzehn solcher Großlager[27] im Zeitraum von Anfang April bis Ende Mai 1945.[28]

Dem IKRK[29] wurde der Zutritt in die PWTE‘s von Beginn an verwehrt.[30] In diesen Sam-mellagern wurden durch die US-Amerikaner keine Registrierungen vorgenommen. Nur vereinzelt und nur temporär wurden Zu- und Abgänge erfaßt.

Gegen Kriegsende und in den Wochen nach der Kapitulation erfolgte der Transport aus den hinter der Front rasch eingerichteten Sammel- und Durchgangslagern in die gro-ßen Haft- und Internierungslager am Rhein, in die berüchtigten Rheinwiesenlager (Prisoner of War Transient Enclosures).[31]

Berüchtigt sowohl aufgrund der in diesen Lagern herrschenden völlig unzureichenden Bedingungen (Ernährung, Bekleidung, Un-terbringung, fehlende medizinische Ver-sorgung) als auch der diesen katastrophalen Bedingungen geschuldeten unverhältnismä-ßig hohen Sterberate.

Im Gesamtzusammenhang nicht unerheblich ist jedoch die Tatsache, daß jedes einzelne der Rheinwiesenlager eine spezielle Charak-teristik aufwies und spezielle Eigenarten hatte. Die jeweiligen Lagerkommandanten führten das ihnen übertragene Lager ohne Grundlage zentraler Anordnungen und Verfügungen.

Übergriffe des Bewachungspersonals, will-kürliche Erschießungen, Ausübung brutaler Gewalt waren jedoch ebenso alltäglich wie die Verweigerung des unbeschränkten Zugangs zu Trinkwasser, die Nichtbereitstellung von Notunterkünften oder Zelten oder die Unter-bindung von Hilfeleistungen von außen.

Die Gefangenen

Ein großer Teil der in den Rheinwiesenlagern festgesetzten deutschen Gefangenen ent-stammte den Wehrmachtseinheiten, die in Ost- und Mitteldeutschland gegen die vor-rückende Rote Armee gekämpft hatten und während des US-amerikanischen Vormar-sches an die Elbe von der 9. US – Armee ge-fangen genommen wurden bzw. den vor-rückenden US-Truppen entgegenflutete, um nicht den Sowjets in die Hände zu fallen.

Ebenso waren deutsche Soldaten im Rhein-land, im Bergischen Land, in Westfalen, im südlichen Niedersachsen, in Thüringen und in Westsachsen gefangen genommen worden. Ein anderer Teil der Gefangenen setzt sich aus den Soldaten der deutschen Heeresgrup-pe B zusammen, welche im Ruhrkessel und im Sauerland gekämpft hatte.

In Gefangenschaft geraten waren aber ebenso Volkssturmmänner, Polizeiangehörige[32], Angehörige von Sonderformationen wie beispielsweise der Organisation Todt oder des Transportkorps Speer[33] sowie Zivili-sten, die in irgendeiner Weise Uniformträger waren oder in anderer Hinsicht auffällig waren:

Jungen, die verdächtig waren, eine Waffe tragen bzw. abfeuern zu können, Partei-funktionäre, Verwundete und kranke Soldaten aus Krankenhäusern bzw. Lazaretten. Eben-falls verhaftet und in die Rheinwiesenlager verbracht wurden bereits entlassene Sol-daten, Wehrmachtshelferinnen, Kranken-schwestern und andere weibliche Hilfskräfte.

Das Vorgehen der US-Streitkräfte war rigoros und prinzipiell rücksichtslos, fußte jedoch auf entsprechenden Befehlen und Anweisungen.[34]

Der Grund für diese Vorgehensweise war primär die Angst vor einem deutscherseits geführten Partisanenkrieg, läßt sich aber ebenso als die Rache des Siegers definieren.

Erklärungen hierzu wurden seitens der US-Amerikaner jedoch zu keiner Zeit abgegeben, und die genauen Beweggründe bleiben bis heute unbekannt.

Wenig verständlich muß aber die Tatsache erscheinen, daß viele Deutsche ausgerechnet die US-Amerikaner wenige Jahre später als Freunde und Verbündete ansahen. Das durch die Amis verursachte millionenfache Leid, die Erniedrigungen, die brutale Besatzungsherr-schaft waren vergessen …

Das Vorgehen und das Verhalten der US-Streitkräfte im Zuge der Eroberung des Reichsgebietes und bei der Etablierung der Besatzungsherrschaft basierte auf politischen Vorgaben.

Die politischen Vorgaben für die US-Militär-verwaltung, die durch die entsprechende Propaganda begleitet wurden, waren für die Vorgehensweise ausschlaggebend[35], so körperliche Mißhandlungen in jeglicher Form verbunden mit bewußter Inkaufnahme des Todes nach der Kapitulation, Scheinhin-richtungen, nächtliche Verhaftungen.[36]

Darüber hinaus wird vom größten Teil der ehemaligen deutschen Soldaten ausgesagt, daß sie nach der Kapitulation von den US-Amerikanern mehrfach in der Form gefilzt wurden, daß man ihnen Armbanduhren, Fotoapparate, Eheringe und sonstige Wert-sachen abnahm bzw. raubte.

Darüber hinaus mußten sie nicht selten auch ihre persönliche Ausrüstung abgeben, zu der unter anderem das Rasierzeug, das Eßbesteck und Eßgeschirr, Regenplanen oder anderer Nässeschutz, die Zeltplane usw. gehörte.[37]

Nach der Gefangennahme wurden die deut-schen Soldaten in eines der zahlreichen Sammellager eingewiesen und dort ebenfalls zu unterschiedlichen Zeiten mehrmals gefilzt. (!)

Diese Lager wurden von den US-Streitkräften hinter der Front eingerichtet, um die Massen von Gefangenen, die sie bei ihrem Vormarsch im Westen, später aber auch insbesondere in Mitteldeutschland machten, zuerst einmal unter Kontrolle zu haben.[38]

Diese hastig eingerichteten Sammellager waren den späteren Rheinwiesenlagern vergleichbar, wobei der provisorische Charakter überwog. Ehemalige Gefängnisse, Kasernen, Konzentrationslager waren die ersten Sammelstellen. Ihnen folgten dann große freie Flächen, Wiesen oder Äcker, die nachts beleuchtet und überaus scharf bewacht wurden.[39]

Die Unterbringung auf dem freiem Feld, fehlende sanitäre Anlagen und medizinische Versorgung, die geringe Verpflegung (in der Regel erfolgte in den ersten 2 – 4 Tage kei-nerlei Verpflegung), dazu körperliche Miß-handlungen und willkürliche Gewaltan-wendungen kennzeichnen diese Lager, in denen die Gefangenen zwischen wenigen Tagen und 4 Wochen festgehalten wurden. 

Bereits hier kam es zu Todesfällen in Folge von gewalttätigen Übergriffen und willkür-lichen Erschießungen seitens der US-ame-rikanischen Soldaten, zum Teil auch aufgrund von Fluchtversuchen.[40]

Eine Registrierung der Gefangenen erfolgte zu diesem Zeitpunkt nicht. Erfaßt wurden lediglich die Zahlen der täglichen Neuzu-gänge bzw. die der Abgänge.[41]

Weshalb die US-Amerikaner nicht willens oder in der Lage waren, die deutschen Ge-fangenen zu registrieren und zu verwalten, bleibt unbekannt und ist lediglich Indiz für das damals herrschende allgemeine Chaos.

Alle siebzehn Lager mit PWTE- Status (Rheinwiesenlager) waren nach demselben Prinzip errichtet. Entlang des Rheins wurden große freie Flächen gesucht und beschlag-nahmt.[42]

Das eigentliche Lager bestand aus einem großen abgezäunten Viereck, welches wiederum in einzelne Käfige, Cages genannt, unterteilt wurde. Ein Cage hatte meist eine Länge und Breite von ca. 250 Metern.

Diese Cages waren zum einen durch einen 2 Meter hohen Stacheldrahtzaun und zum anderen durch eine Lagerstraße abgegrenzt, so daß die Gefangenen nicht von einem Cage zum nächsten kommen konnten.

In einer Ecke befand sich eine Wasserstelle, in einer anderen die Latrine, bestehend entwe-der aus einer Rinne oder aus einem tiefen Loch.

Die äußere Absperrung bildeten zwei ca. 3 Meter hohe Stacheldrahtzäune. Dazwischen befand sich ein grob befestigter Wachweg, auf dem im Abstand von ca. 50 m ein Wach-soldat auf Patrouille ging.

Jedes Cage wurde von ein oder zwei Wach-türmen aus bewacht, die in den jeweiligen Ecken standen. Die Wachtürme waren ca. 5 Meter hoch und mit einem MG-Posten belegt.

Je nach Gefangenenlager war das Cage mit 5.000 bis 15.000 Gefangenen belegt, die sich aus verschiedenen Gefangenengruppen zusammensetzten.

Die einzelnen Cages waren aufgeteilt nach Nationalität, Dienstgrad, Volkssturmmän-nern, Jugendlichen, Verwundeten, SS-Ange-hörigen, Parteifunktionären, Ausländern und Frauen.

Des weiteren befanden sich auf diesem Gelände ein Cage für die Lagerverwaltung, die Lagerpolizei, die Küche, das Verhörge-bäude sowie ein spezielles Straflager.[43]

Die ersten Gefangenen, die auf dem be-schlagnahmten Gelände eintrafen, wurden nach Berufen und handwerklichen Fähig-keiten aufgeteilt und mußten mit der Er-richtung des Lagers unter US-amerikanischer Bewachung beginnen. Aufbau und Einteilung der Arbeitskompanien in den einzelnen La-gern war von Lagerkommandant zu Lager-kommandant unterschiedlich.

Der überwiegende Teil der Gefangenen war meist so geschwächt aufgrund der vorherge-henden Strapazen, daß diese nicht in der Lage waren zu arbeiten.

Die Aufgaben, die für alle Lager verbindlich waren, beschränkten sich vor allem zuerst auf die Errichtung und dann auf die Aufrechter-haltung des Lagerbetriebes. Hierzu gehörten der Küchenbetrieb, die Lagerverwaltung, das Anlegen und Reinigen von Straßen, das Ab-streuen der Latrinen mit Chlorkalk, die Stel-lung eines Beerdigungskommando usw.[44]

Den Arbeitskommandos wurden größere Verpflegungsrationen zugestanden. Es konnte aber auch geschehen, daß Gefangene, die sich freiwillig zum Arbeitseinsatz mel-deten, kurzerhand an die Franzosen ausge-liehen oder übergeben wurden.

Einen Sonderfall stellen die von den US-Amerikanern teils neu geschaffenen Arbeitskompanien dar.

Nach der Kapitulation am 8. Mai wurden Pioniereinheiten, Transportverbände, Fern-melde- und Instandsetzungseinheiten sowie Kraftfahrer mit ihrer Ausrüstung intakt ge-lassen oder es wurden aus den Kriegsge-fangenen neue Arbeitskompanien zusammengestellt.

Das Ziel der US-Besatzer war es, die Funk-tionsfähigkeit ihrer eigenen militärischen Einrichtungen durch den Einsatz der Ar-beitskompanien aufrecht zu erhalten und zu sichern.

Die Ernährung dieser speziellen Gefangenen war wesentlich kalorienreicher als die der deutschen Zivilbevölkerung bzw. die der Gefangenen in den Rheinwiesenlagern. Un-tergebracht waren die Angehörigen dieser Arbeitskompanien in der Regel in Zelten oder in Baracken.

Bewacht wurden die Gefangenen sehr oft von amerikanischen Soldaten zweiten Ranges, nämlich Afroamerikanern oder auch von polnischen Hilfstruppen. Ihre Aufgabe be-stand einzig und allein im Wachdienst. Diesen hatten sie entweder als Streifensoldat, MG-Posten oder als Sicherungssoldat abzuleisten.

Befehligt wurden sie jedoch meist von weißen, europäischstämmigen Soldaten. Gerade diese aber werden von den ehe-maligen Gefangenen als überdurchschnittlich brutal, arrogant, aufbrausend, gewalttätig und aggressiv beschrieben.

Zählappelle endeten oft mit Schlägen für die, die vor Entkräftung umkippten. Desweiteren fand oftmals eine nicht zu billigende brutale Behandlung der ehemaligen Waffen-SS-An-gehörigen statt, die sich von stundenlangem Strafexerzieren bis hin zu Totschlag oder Erschießung vollzog.

Selbst vor der Mißhandlung hoher Offiziere schreckten die US-Besatzer nicht zurück.[45]

An den gewalttätigen Übergriffen und Aus-schreitungen gegenüber den deutschen Kriegsgefangenen waren überwiegend nur weiße, europäischstämmige Soldaten be-teiligt. Als Ursache hierfür müssen primär der Übermut der Sieger, ebenso aber auch durch die Propaganda eingeimpfter Deutschenhaß verantwortlich gemacht werden.

Die schwarzen Afroamerikaner werden da-gegen als weitaus humaner, zuweilen auch als fast kameradschaftlich beschrieben. Aufgrund ihrer eigenen unterprivilegierten Stellung in der US-Armee konnten sie sich in die Lage der deutschen Gefangenen verset-zen und brachten diesen aus diesem Grund auch mehr Verständnis entgegen. Das reichte von heimlichem Zustecken von Nahrungsmit-teln bis in einigen wenigen Fällen sogar zur Fluchthilfe.

Erst viele Monate nach Kriegsende, im Jahr 1947, gab es dann in der US-Armee einen Tagesbefehl, der die Mißhandlung deutscher Kriegsgefangener fortan unter Strafe stellte.

Die Realität der Lager

In der Anfangszeit der Existenz der US-Rheinwiesenlager war eine außergewöhnlich hohe Sterberate der Insassen zu verzeichnen. Die Hauptursache war die grassierende Un-terernährung der Gefangenen, denen Nah-rungsmittel nur in ungenügender Menge zur Verfügung gestellt wurden.

Im gesamten besetzten Deutschland herrsch-te Nahrungsmittelknappheit, weil die ge-samte Infrastruktur zerstört war, Fahrzeuge und Kraftstoff fehlten und Versorgungsein-richtungen und Läden und Geschäfte ihren Betrieb eingestellt hatten.

Nur die Lager der US-Armee waren prall gefüllt. Die US-Amerikaner aber verweigerten den deutschen Gefangenen systematisch ausreichende Ernährung.

Die gefangenen deutschen Soldaten kam-pierten auf freiem Feld, ohne jegliche Unterkünfte. In den drei bis vier Monaten unter US-amerikanischer Führung[46] stand jedem Gefangenen zwischen 3 – 5 qm zu.

Mit Hilfe von Konservendosen oder anderen Utensilien gruben die Lagerinsassen Erdlö-cher und kleine Höhlen oder in die Erde gegrabene Unterstände, die allerdings nur ungenügenden Schutz vor der Witterung boten. 

Dem feuchten und kalten Frühling des Jahres 1945 waren die Gefangenen dennoch ausge-setzt. Oft teilten sich 3 bis 5 Gefangene eine in die Erde getriebene fuchsbauähnliche kleine Höhle, die gerade so groß war, daß alle auf der Seite liegen konnten.

40 % der Gefangenen haben während dieser 4 Monate nach Kriegsende in solchen Erdlö-chern gehaust, 6 % hatten das Glück, ein Zelt bzw. eine Zeltplane zu besitzen. Alle anderen kampierten auf der bloßen Erde.

Für das Los des einzelnen Gefangenen war entscheidend, wo und wann er in Gefangen-schaft geraten war. Soldaten, die am Tag der Kapitulation die Waffen niederstreckten und sich einheitsweise und geschlossen ergaben, waren in der Regel mehr oder weniger gut ausgestattet, weil sie zum Zeitpunkt der Gefangennahme ihre Ausrüstung am Mann hatten.

Wenn es ihnen gelang, trotz Filzung Teile davon zu behalten und ins Lager mitzu-nehmen, fanden sie sich in einer wesentlich besseren Ausgangssituation als ihre Kame-raden, die im Zuge von Kampfhandlungen in Gefangenschaft gerieten.

Noch weitaus härter traf es alle anderen, darunter die Angehörigen des Volkssturms, Zivilisten, nichtmilitärische Uniformträger (die differenzierungslos ebenfalls gefan-gengenommen wurden), männliche Jugend-liche, die Wehrwolfaktivitäten verdächtig waren, Verwundete und Kranke aus Militär-Lazarretten usw.

In der Regel waren alle diese Personengrup-pen nur mangelhaft ausgerüstet und voll-kommen ungenügend bekleidet, ihre Über-lebenschance im Lager deshalb äußerst gering. Denn an die Gefangenen wurden weder Wetterschutzmaterialien noch Zelt-planen geschweige denn Ersatzkleidung oder Ersatzschuhe ausgegeben.

Eines der gravierendsten Probleme war die Versorgung mit Trinkwasser. Wasserstellen wurden erst mit erheblicher zeitlicher Ver-zögerung angelegt. Vorher bekamen die Gefangenen Wasser zumeist nur auf Zuteilung.

Das Wasser wurde ungefiltert entweder direkt dem Rhein oder aus einem nahegelegenen Gewässer entnommen und mit Chlor ange-reichert, um der Seuchengefahr zu begegnen.

Für die Gefangenen bedeutete das Wasser-holen trotz totaler körperlicher Erschöpfung oft stundenlanges Anstehen. 6 bis 10 Stun-den für einen Becher Wasser waren die Regel!

Das Wasser, das ausgegeben wurde, reichte oftmals nicht aus, um den Durst zu löschen. Aufgrund des großen Durstes scheuten sich einige Gefangenen nicht, mit den üblichen gesundheitlichen Folgen auch aus stehenden Pfützen zu trinken.

Den Durst müssen die Gefangenen besonders schlimm von Mitte Mai bis zum Ende des Som-mers empfunden haben, da sie der Hitze und der Sonne permanent und ohne jeglichen Schutz ausgesetzt waren.[47]

Die Ernährungssituation in den Rheinwie-senlagern war katastrophal. Die Gefangenen in den 17 Lagern erhielten in den Monaten April, Mai, Juni und Juli täglich eine Nah-rungsmittelration von 400 – 900 Kalorien. Zum Vergleich: In Ruhelage benötigt eine Person etwa 1.200 Kalorien, ein körperlich aktiver Mensch zwischen 2000 bis 3000 Kalorien.

Verpflegt wurden die Gefangenen grundsätzlich nur einmal am Tag zu unterschiedlichen Zeiten.

Neu im Lager ankommende Gefangene erhielten zwei bis vier Tage lang (!) gar keine Essensration.

Und an Sonntagen wurde sehr oft ebenfalls keine Verpflegung ausgegeben.

Ehemalige Gefangene berichteten, daß abgesehen von den allgemein unzurei-chenden Verpflegungsrationen von Cage zu Cage unterschiedliche Nahrungsmittelmen-gen ausgegeben wurden. Diese Tatsache war mehreren Ursachen geschuldet und ist aber im Wesentlichen auf die fehlerhafte Organi-sation und auf Eigenmächtigkeiten der Lagerleitung zurückzuführen.[48]

Über die Art und Weise der Essensausgabe in den einzelnen Lagern liegen ebenfalls von-einander abweichende und unterschiedliche Angaben vor. Verpflegungsrationen wurden prinzipiell pro einzelnem Cage nach Meldung der Gesamtstärke (Belegungszahl) ausgegeben.

Angemerkt werden muß in diesem Zusam-menhang, daß sich die Abnahme der persön-lichen Ausrüstungsgegenstände durch die Amerikaner als überaus fatal für den ein-zelnen Gefangenen erweisen mußte, da beispielsweise Messer fehlten, um Brot auf-zuschneiden oder Löffel, um Konservendosen zu teilen.

Gefangene bezeichneten im Nachhinein die Mengen der ausgegebenen Verpflegung in den Lagern als Löffel- oder Messerspitzen-rationen und berichteten über zahlreiche schikanöse Varianten der Essensverteilung.[49]

Ebenso wie die Verpflegungssituation war auch die medizinische Versorgung voll-kommen desolat.

Eine ärztliche Versorgung gab in den Rheinwiesenlagern zunächst gar nicht, da Sanitätseinrichtungen und Ärzte fehlten und deutschen Ärzten nicht gestattet war zu praktizieren.

Wenn sie aus eigenem Antrieb dennoch tätig wurden, konnten sie praktisch kaum helfen, zumal ihnen Medikamente und medizinische Hilfsmittel nicht zur Verfügung standen. Sie konnten lediglich versuchen, Beschwerden zu lindern.

Kranke wurden demzufolge nicht behandelt, an der Ruhr Erkrankte von den US-Amerika-nern jedoch abgesondert. Es kann davon ausgegangen werden, daß 20 % der Lagerin-sassen völlig abgemagert waren, 60 % waren unterernährt.

Erst nach und nach konnten die Gefangenen die Amerikaner dazu bewegen, Krankenzelte aufzustellen, in denen die Kranken wenig-stens vor der Witterung geschützt waren. In Kreuznach gab es ein Lazarett, in welches einzig und alleine dem Tod geweihte Kranke aufgenommen wurden, die binnen 24 Stunden verstarben.[50]

Aufgrund der Lagerbedingungen und der unzureichenden Versorgung mit Lebensmit-teln und mit Schutzkleidung gegen die Wetterunbilden litten die Gefangenen an allen möglichen Krankheiten, insbesondere aber Mandelentzündungen, Lungenentzündungen, Rheumaerkrankungen, Ischias, Bronchitis, Blasenkatarrh, Durchfällen, Ruhr, Typhus, Diphtherie, TBC, Hungerödemen, Herz- und Kreislaufschwächen, Marasmus, Phlegmone, Hepatitis, Enteritis, Karbunkeln, Augenpro-blemen, Dysenterie, Apathie und Depressio-nen. Ebenso traten Skorbut und Krätze auf.

In den verbleibenden Lagern wurden die Gefangenen dann ab Ende 1945 gegen Ruhr und Typhus geimpft und medizinisch monatlich untersucht.

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Anmerkungen

[1]   Basis des hier vorliegenden Beitrags ist die als Manuskript vorliegende jedoch bislang unveröff. umfangreiche Darstellung eines nicht namentlich genannten Autors. J. W. : Deutsche Kriegsgefangene auf den Rheinwiesen [o. O. und o. J.], Online-Ressource: http://www.rheinwiesenlager.de/LagerJW.htm Dieser Text wurde wesentlich gekürzt, inhaltlich teilweise auch ergänzt und umgeschrieben.

[2]   Bad Kreuznach wurde im März 1945 von US-Truppen besetzt und stand damit unter US-amerikanischer Befehlsgewalt. Den Potsdamer Protokollen zur Festlegung sogenannter Zonengrenzen gemäß wurde Bad Kreuznach dann Teil der französischen Besatzungszone.  In einem Austausch kamen Anfang der 1950er Jahre wieder US-Streitkräfte in die Kreise Kreuznach, Birkenfeld und Kusel.

[3]   Qu.: Arthur L. Smith: Die „vermißte Million“. Zum Schicksal deutscher Kriegsgefangener nach dem zweiten Weltkrieg. München 1992, S. 17.

[4]   Winston S. Churchill. Der zweite Weltkrieg. Mit einem Epilog über die Nachkriegsjahre. Bern, München, Wien 1985, S. 741.

[5]   Burkhard Schöbener. Die amerikanische Besatzungspolitik und das Völkerrecht, Frankfurt/Main 1991, S. 204.

[6]   Burkhard Schöbener. Der Kampf um den völkerrechtlichen Schutz deutscher Kriegsgefangener am Ende des zweiten Weltkrieges. Neue Erkenntnisse aus amerikanischen Archiven (unveröff. Aufsatz), S. 5.

[7]   Occupatio bellica (lateinisch für „kriegerische Besetzung“) bezeichnet die völkerrechtlich geregelte, temporäre Besetzung feindlichen Staatsgebiets in einem Krieg.

[8]   Qu.: Burkhard Schöbener. Die amerikanische Besatzungspolitik. S. 233.

[9]   Burkhard Schöbener. Der Kampf um den völkerrechtlichen Schutz. S. 7.

[10]   Qu.: James Bacque. Der geplante Tod. Deutsche Kriegsgefangene in amerikanischen und französischen Lagern 1945 – 1946 (7. erw. Aufl.), Berlin 1998, S. 83 – 87.

[11]Burkhard Schöbener. Der Kampf um den völkerrechtlichen Schutz. S. 14 f.

[12]   Die Combined Chiefs of Staff (CCS) waren während des II. Weltkriegs ein gemeinsamer Operations- und Planungsstab der Vereinigten Staaten u. Großbritanniens .

[13]Qu.: James Bacque. Der geplante Tod, S. 42 f.

[14]Burkhard Schöbener: Die amerikanische Besatzungspolitik, S. 476.

[15]Vgl. Direktive für die amerikanische Militärregierung ( JCS 1067 vom April 1945). In : Christoph Kleßmann : Die doppelte Staatsgründung. Deutsche Geschichte 1945 – 1955, Bonn 1991, S. 352 f.

[16]   Vgl. Arthur L. Smith: Die „vermißte Million“. Zum Schicksal deutscher Kriegsgefangener nach dem zweiten Weltkrieg, München 1992.

[17]Die Zahl der deutschen Kriegsgefangenen in US-amerikanischem Gewahrsam in Europa stieg von rund 300.000 Anfang Februar 1945 bis auf ca. 3,4 Millionen im Mai 1945 an. Im Zuge der Eroberung des Rheinlandes und bei der Kapitulation des Ruhrkessels gerieten 575.000 deutsche Soldaten in diesem Gebiet in US-Gefangenschaft.

[18]   Kurt W. Böhme: Die deutschen Kriegsgefangenen in amerikanischer Hand. Europa. In: Erich Maschke: Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Band 10/2, München 1973, S. 11.

[19]Supreme Commander der Supreme Headquarters, Allied Expeditionary Force (SHAEF)

[20]James Bacque: Der geplante Tod, S. 41 f.

[21]Burkhard Schöbener: Die amerikanische Besatzungspolitik, S. 492.

[22]James Bacque: Der geplante Tod, S. 41- 43.

[23]Lager am Rhein entstanden bei Alzey, Andernach, Bad Kreuznach, Biebelsheim, Böhl, Bretzenheim, Büderich, Büdesheim, Dietersheim, Diez, Hechtsheim, Heidesheim, Ingelheim, Koblenz, Koblenz-Lützel Ludwigshafen, Ludwigshafen-Rheingönheim, Mainz, Mainz-Kastel, Mainz-Zahlbach, Mannheim, Mannheim-Käfertal, Mannheim-Sandhofen, Mannheim-Schönau, Mannheim-Waldhof, Miesenheim, Plaidt, Remagen, Rheinberg, Rheinheim, Schwarzenborn, Siershan, Sinzig, Trier, Urmitz, Wickrathberg u. Winzenheim.

[24]   Liste der US-Lager im Anhang dieses Textbeitrages.

[25]Vgl. Liste der US-Gefangenenlager im Anhang.

[26]Kurt W. Böhme: Die deutschen Kriegsgefangenen, S. 13 – 16.

[27]Büderich: Kriegsgefangenenlager Büderich (PWTE A4), Rheinberg: Kriegsgefangenenlager Rheinberg (PWTE A1), Wickrathberg (PWTE A9), Remagen: Goldene Meile (PWTE A2), Sinzig: Goldene Meile (PWTE A5), Siershahn (PWTE A18), Andernach (PWTE A11), Urmitz (PWTE A13), Plaidt/Miesenheim (PWTE A14), Diez (PWTE A19), Koblenz (PWTE A10), Heidesheim am Rhein (PWTE A12), Hechtsheim (PWTE A17), Bingen-Dietersheim (PWTE A8), Mainz-Zahlbach (PWTE A16), Winzenheim/Bretzenheim: „Feld des Jammers“,  (PWTE A6), Biebelsheim (PWTE A7), Bad Kreuznach: Lager Galgenberg (PWTE A-3), Planig (PWTE A15), Ludwigshafen-Rheingönheim (PWTE C2), Böhl-Iggelheim (PWTE C1), Heilbronn: Lager Heilbronn (PWTE C3), Heilbronn: Lager Heilbronn (PWTE C4).

[28]Kurt W. Böhme: Die deutschen Kriegsgefangenen, S. 15.

[29]IKRK, Internationales Komitee vom Roten Kreuzes.

[30]Qu.: Artur L. Smith.: Die vermißte Million, S. 39.

[31]Vgl. Fußn. 27. Darüber hinaus existierten eine Reihe weiterer Großlager für die in Kriegsgefangenschaft geratenen deutschen Soldaten: Lager am Rhein entstanden bei Alzey, Andernach, Bad Kreuznach, Biebelsheim, Böhl, Bretzenheim, Büderich, Büdesheim, Dietersheim, Diez, Hechtsheim, Heidesheim, Ingelheim, Koblenz, Koblenz-Lützel Ludwigshafen, Ludwigshafen-Rheingönheim, Mainz, Mainz-Kastel, Mainz-Zahlbach, Mannheim, Mannheim-Käfertal, Mannheim-Sandhofen, Mannheim-Schönau, Mannheim-Waldhof, Miesenheim, Plaidt, Remagen, Rheinberg, Rheinheim, Schwarzenborn, Siershan, Sinzig, Trier, Urmitz, Wickrathberg u. Winzenheim.

[32]Sicherheitspolizei, Ordnungspolizei, Schutzpolizei.

[33]Das Transportkorps Speer war ab 1944 eine Unterorganisation des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK), die als Transportverbund direkt Albert Speer unterstand. Mit rund 70.000 Mann und 50.000 Fahrzeugen diente es primär logistischen Aufgaben, der Versorgung der Organisation Todt sowie von Heer und Luftwaffe.

[34]Vgl. Direktive für die amerikanische Militärregierung ( JCS 1067 vom April 1945). In : Christoph Kleßmann : Die doppelte Staatsgründung. Deutsche Geschichte 1945 – 1955. Bonn 1991. S. 352 f.

[35]Ebd.

[36]Paul Carell, Günter Böddeker: Die Gefangenen. Leben und Überleben deutscher Soldaten hinter Stacheldraht. Berlin 1998. S. 182 f.

[37]Kurt W. Böhme. Deutsche Kriegsgefangene. S. 142 f.

[38]Vgl. die Liste dieser Lager im Anhang.

[39]Vgl. Josef Nowak: Menschen auf den Acker gesät. Kriegsgefangen in der Heimat, Hameln 1990, S. 26.

[40]Kurt W. Böhme: Deutsche Kriegsgefangene, S. 142 f.

[41]Josef Nowak.: Menschen auf den Acker gesät. Kriegsgefangen in der Heimat, Hameln 1990, S. 35 ff.

[42]Qu.: Kurt W. Böhme: Deutsche Kriegsgefangene, S. 25.

[43]Das Kriegsgefangenenlager Rheinberg 1945. Eine Dokumentation (hrsg. vom Stadtarchiv Rheinberg), Rheinberg 1995, S. 9 – 10. – Gertrude Schuster: Gefangenenlager Galgenberg und Bretzenheim – Kriegsgefangene berichten. Bad Kreuznach 1985, S. 14 – 16.

[44]Kurt Böhme: Deutsche Kriegsgefangene in amerikanischer Hand, S. 167.

[45]Ebd.

[46]Die Rheinwiesenlager wurden bereits ab dem Frühsommer 1945 den Briten und Franzosen übergeben, die die Kriegsgefangenen in eigene Lager verbrachten. Die Franzosen verpflichteten die deutschen Kriegsgefangenen entgegen geltender Richtlinien zur Behandlung von Kriegsgefangenen zur Zwangsarbeit (Steinkohlenbergbau, Minenräumkommandos, Kriegsschädenbeseitigung).

[47]Qu.: Kurt W. Böhme: Die deutschen Kriegsgefangenen in amerikanischer Hand, S. 157.

[48]Ebd., S. 153.

[49]Ebd., S. 154.

[50]Paul Carell: Die Gefangenen, S. 182.

Fortsetzung folgt

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