Feed für
Beiträge
Kommentare

Zwei Briefe und zwei Tagebücher

Es geht um Krieg. Kriege werden bekanntlich in Szene gesetzt von Leuten, die davon provitieren in Bezug auf Geldgewinn und Macht. Früher ging es den Herrschenden um Landgewinn, heute mehr um Geld- und damit Machtgewinn.

Die Völker wollen keinen Krieg. Sie werden nur als „Manövriermasse“ benutzt. Es sei denn, es ist sichtbar, wie ihnen die Heimat genommen werden soll. Die wollen die Menschen verteitigen.

Was die auftragsangreifenden Soldatesken allerdings zu ihren mordlüsternen Verbrechen an den besieg-ten Nationen treibt, bleibt ewig ein Rätsel. Doch lesen wir nun

Doris Mahlberg:

Der Gedanke tut weh, daß die Menschheit
nach so vielen Jahrhunderten der Entwicklung
immer noch nicht gelernt hat, Schwierigkeiten
anders als durch Kriege zu lösen.
Marie Curie, aus einem Brief
an ihre Freundin im Herbst 1914

Ich bin wirklich bemüht, die Meinungen und Standpunkte anderer Menschen zu respek-tieren. Ich muß ihre Ansichten nicht teilen, ich muß ihnen nicht zustimmen, aber ich muß  ihre Standpunkte respektieren, sofern sie halbwegs respektabel sind.

Ich denke, das ist eine Grundregel unter zivilisierten Menschen. Nur diktatorische Regime zerren Andersdenkende vor Gericht oder sperren sie ins Gefängnis.

Nur ungebildete Idioten gehen mit  Messern oder militärischer Gewalt auf Menschen oder ganze Völker los, die eine andere Kultur ha-ben und andere Ansichten vertreten. Wie be-reits gesagt: Ich bemühe mich, Andersden-kende zu verstehen, und meistens gelingt mir das auch.

Was aber den Artikel „Guillaume Faye über den Krieg“ betrifft, so sind all meine Bemü-hungen um Akzeptanz kläglich gescheitert. Ich kann für diese Verherrlichung von Krieg und Kampf nicht mehr das geringste Ver-ständnis aufbringen und will es auch nicht.

Ich gebe gerne zu, daß ich einige wenige Aspekte in der Denkweise dieses Herrn G. Faye sogar absolut richtig finde, aber den größten Teil lehne ich strikt ab. Ich respek-tiere ihn nicht, denn ich wünsche mir Frieden auf dieser Welt. Ich bin Deutsche!

Wer auch nur ansatzweise eine Ahnung davon hat, was das verbrecherische, bestialische Pack der Alliierten meinem Land und meinem Volk angetan hat und bis heute antut, müßte verstehen, daß ich keinen Krieg erleben möchte, und das macht mich weder deka-dent, noch dumm, noch oberflächlich oder feige!! 

Das traurige Bild, das Deutschland heute bietet, wurde von den Alliierten in Nürnberg auf den Weg gebracht, wo sie alle gefressen, gesoffen, geplündert und gehurt haben, während deutsche Frauen und Kinder in eis-kalten Kellern erfroren und verhungerten, sofern sie nicht von Bomben zerrissen und von Trümmern begraben  worden waren.

Schauprozesse und Lynchjustiz! Das, Herr G. Faye, waren die Folgen eines Krieges den England wollte, den Stalin wollte, den Frank-reich wollte, nur Deutschland nicht. Es folg-ten Besatzung, Vertreibung, Verschleppung, Versklavung, Gefangenschaft, unbeschreib-liche Folter und Grausamkeiten, Ausbeutung bis zum heutigen Tag, was man den Deut-schen als wohltätige Befreiung verkauft.   

Kommen wir nun zu drei Zeitzeugen eines besonders grausamen Krieges. Das tägliche Leid der Sterbenden und Schwerverletzten, die erbarmungslose Realität des Krieges übertraf die schlimmsten Erwartungen. Eine Diakonissenschwester in einem Kriegslazarett bei Verdun schrieb am 5. März 1916 in ihr Tagebuch:

„Das war eine sehr schwere Woche. Bei Tag und Nacht wurden ganze Kolonnen Ver-wundeter gebracht. Manch einer war schon auf dem Transport gestorben. Im Operati-onssaal arbeiten wir bis nachts um vier Uhr. Und diese Wunden!

Ein großes Sterben ging durch unser Haus. In diesen acht Tagen sind fünfzig Menschen bei uns gestorben. Und was für ein Elend blieb noch! O Gott, ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr, es ist furchtbar!“ 

Im selben Jahr  schrieb eine Schwester an der Ostfront :

„Manchmal fällt noch das Gesicht eines der vielen Verwundeten und Kranken in meinen Blick, und ich erkenne ihn als Menschen. Aber meistens tue ich einfach nur meine Arbeit  -, und dann mache ich mich über diejenigen lustig, die noch meinen, das alles hätte einen Sinn. Ich bin müde, so schreck-lich müde. Und ich kann nicht mehr schla-fen. Ich bin erschöpft, so erschöpft … Wie Blei hängen die Kriegsjahre an mir und zerren mich herunter. Ganz egal wie, aber es muß ein Ende haben.“ 

Und was sagt Guillaume Faye dazu? 

„Nur der Krieg gibt dem Tod eine Bedeu-tung. An Krankheit und Alter zu sterben, hat keinen nennenswerten Sinn und ist absurd. Nichts ist schlimmer als ein lauwarmer Tod.“  Nun, das werden die Millionen Sol-daten, die im kalten blutigen Schlamm und Dreck der Schützengräben verreckt sind oder deren Lungen sich im Giftgas aufgelöst haben, wohl anders sehen. 

Vielleicht ist der einen oder anderen Lese-rin/Leser der Name Auguste Kirchhoff noch ein Begriff. Auguste Kirchhoff war eine mu-tige deutsche Frau aus dem Rheinland. Sie kämpfte für Mutterschutz, für soziale Ge-rechtigkeit, für Frieden und gegen den Krieg.

Sie gründete Beratungsstellen für Hilfsbe-dürftige, setzte sich für ledige Mütter ein und nahm Teil am Friedens-Kongreß in Den Haag. Sie war eine der bedeutendsten Frau-en ihrer Zeit. Im Jahr 1915 schrieb sie in einem Brief an ihre Tochter:

„Sieh Dir mal diese Schlachtenbilder an, wo die Soldaten nichts Menschliches mehr haben, wenn sie im Nahkampf den „Feind“ niederstechen. Natürlich alles im Namen Gottes und des Christentums.

Und denk mal an all die in die Luft gesprengten und versenkten Schiffe, über die die Menschen jetzt jubeln, an den Kampf mit Stinkbomben und Gift-gasen. So nämlich sieht der Krieg aus, das ist sein wahres Gesicht.

Und all das andere, die Begeisterung, die Einigkeit sind Mäntelchen, die wir ihm umhängen, weil die meisten Menschen es sonst nicht ertragen könnten, weil man sein wahres Antlitz nicht zu sehen vermag, da das Grauen und Entsetzen zu groß wäre.

Darüber hilft mir alle Begeisterung für die Einigkeit nicht hinweg. Die Einigkeit wird ihre Probe erst noch zu bestehen haben. Ich persönlich bin fest davon überzeugt, daß sie sie nicht bestehen wird, weil die nackten Macht- und Geldinteressen der besitzenden Klassen sofort die Einigkeit zerreißen werden, wenn die Massen nicht mehr gebraucht werden.“ 

Da das Grauen und Entsetzen zu groß wäre … Ja, so waren Kriege und so sind sie immer noch. Berge von zerfetzten Körpern, schwarze ver-kohlte Leichen, Flüchtende, die von Tieffliegern erschossen werden, Mütter, die ihre Kinder aus brennenden Städten zu retten versuchen.

Die Worte von Auguste Kirchhoff haben heute genau so viel Gültigkeit wie 1915. Der Krieg in der Ukraine ist eine Schimäre, ein Trugbild, ein Hirngespinst. Eine Million tote Männer und Söhne. Warum? Wofür und für wen? Für die Profiteure, die riesige Summen Geld umver-teilen, die dann in ihren Taschen oder wohin auch immer verschwinden?

Den Palästinensern hat man das Land gestohlen (wie uns Deutschen auch) und ihre Kinder er-mordet. Gaza ist ein Trümmerhaufen, die Über-lebenden vegetieren in unglaublichem Elend dahin, und das Morden geht täglich weiter.

In der Vorstellung eines Guillaume Faye scheinen derartige Zustände das einzig wahre Glück zu sein, ja geradezu paradiesisch. Krieg ist für ihn gleichbedeutend mit „Heiligung“, während alle Ideologien des Friedens schlecht sind.

Krieg ist die Kraft und die Sonne, die den Völ-kern ihre Lebenskraft gibt. Den Zustand des Friedens können nur zutiefst dekadente Zivilisationen anstreben, so seine Worte.

Der zweite Brief ist ein hoffnungsvolles, ja ein wunderbares Beispiel dafür, daß es selbst in einem grausamen Krieg noch Menschlichkeit und Mitgefühl geben kann. Es ist der Brief einer französischen Krankenschwester an die Mutter eines verwundeten deutschen Soldaten, der im Dezember 1915 in der Zeitschrift „Die Dame“ abgedruckt wurde :

 „Geehrte Frau ! Erschrecken Sie nicht, daß Sie diesen Brief erhalten, denn Ihrem Sohn geht es gut und er ist keineswegs in Gefahr. Er hat Ihre Briefe erhalten  und die Pakete, die Sie ihm geschickt haben, und ist sehr überrascht, daß Sie nichts von ihm erhalten haben, denn er hat Ihnen mehrere Male geschrieben, um Ihnen Nachricht von sich zu geben. Er ist am Unterleib verwundet, seine Verwundung erfordert vollständige Ruhe, und ich kann Ihnen versichern, daß er hier gut versorgt ist.

Ich bin Französin, liebe tief mein Vaterland und wäre vollständig unfähig einer Hand-lung und eines Gedankens, die dem entge-genstehen, was ich ihm schulde. Aber ge-genüber den Leiden der Wesen, die mehr Kinder als Männer sind, erinnere ich mich, daß auch ich Mutter bin, daß mein Sohn in diesem Augenblick kämpft. Von tiefstem Mitleid ergriffen behandle ich jene Un-glücklichen, wie ich möchte daß mein Sohn behandelt wird, würde er verwundet oder gefangen sein. Ich versuche die abwesende Mutter zu ersetzen, die in der Ferne weint und sich beunruhigt. Ihr Sohn hat gestern früh eine neue Operation durchgemacht, die ihn geschwächt und abgespannt hat. Ich habe versucht, ihn durch mütterlichen Zu-spruch zu ermutigen. Sein Kopf lag auf meinem Arm, seine Hand lag in der meini-gen. Er sprach zu mir von Ihnen, die er so sehr liebt, und ich habe ihm versprochen, an Sie zu schreiben.

In Folge von Verhältnissen wird es für mich jetzt schwerer sein, Ihren Sohn zu sehen, aber ich sehe mehrere Male des Tages die Pfleger, die für ihn sorgen und kann so alle Nachrichten von ihm haben und Ihnen das übermitteln für den Fall, daß seine Briefe Sie nicht erreichen sollten, was ich mir nicht erklären könnte. 

Als Feinde müssen wir uns hassen, Madame, aber als Mütter drücken wir uns die Hand, wenn Sie es wollen, denn wir weinen beide.“ 

Dem stelle ich abschließend einen Satz von Guillaume Faye gegenüber:

„In einer gesunden Zivilisation gibt sich eine Mutter, deren Söhne im Kampf für ihr Vater-land umkommen, nicht der Verzweiflung hin.“ 

Ich kann mich an eine deutsche Mutter erinnern, die ihre drei Söhne im zweiten Weltkrieg verlo-ren hatte und darüber sehr verzweifelt war. Heute ist die deutsche Jugend endlich aufge-wacht. Sie zeigt den irren Kriegstreibern die kalte Schulter. Ihr wollt Krieg? Dann geht ge-fälligst selbst an die Front! Das ist die einzig richtige Antwort, denn die Profiteure und Kriegsverursacher sind niemals im Krieg zu finden. 

__________________

Quelle:

Die Briefe und Tagebuchauszüge sind zu finden in dem Buch „Die Stunde der Frauen“  zwischen Monarchie, Weltkrieg und Wahlrecht, von Antonia Meiners, erschienen im Sandmann Verlag

Bezug :

„Guillaume Faye über den Krieg“  bei ahnenrad.org

Ältere Beiträge »